(Simon Petrus Teil 3:)
er kommt zum Ende
verabschiedet sich freundlich
von seinen Zuhörern
wendet sich an dich
der du mit ihm im Boot
wartend sitzt
fahr mal raus! sagt er
wirf die Netze aus!
du schaust ihn lange an
ein völliger Spinner
dem wirst du’s zeigen
ironisch sprichst du ihn an
Meister!
wir fischen nachts
und in dieser Nacht
gab’s nicht eine Makrele!
er nickt
ja, ich weiß!
fahr nochmal raus!
kopfschüttelnd
grob
genervt
rufst du deine drei Arbeiter
der hier meint
wir sollen rausfahren
Netze auswerfen
fischen
Jetzt!
sie blicken höhnisch
ja, ihr habt richtig gehört
also
fahrt!
ich warte hier mit ihm
lachend steigen sie ein
voll Spott
du hockst dich neben den Mann ans Ufer
still blickt ihr auf den See
wie heißt du nochmal?
Simon
er lächelt
Simon
Petrus
was?
ich gebe dir einen neuen Namen
ich baue auf dich
auf einmal
ein Rufen vom See draußen
ihr schaut
die Fischer
woran zerren sie da
sie johlen
winken die Anderen herbei
du stehst
regungslos
in dir
löst sich etwas
wie Geröll
wie Sturzbäche
alles fließt
von dir ab
die Knie werden dir weich
die Augen nass
die Hände zittrig
du fällst
umfasst diesen Mann
stammelst
ich kann nichts
alles zu wenig
mit mir kannst du nichts anfangen
kannst du nichts zu tun haben wollen
geh einfach
und ich
mache weiter wie bisher
da zieht er dich hoch
nimmt deinen Kopf in beide Hände
du spürst
am ganzen Leib
du bist für immer angekommen
was auch geschieht
leise spricht er dir zu
FÜRCHTE DICH NICHT