jetzt
eine Wunde im Kreuz.
Da, wo die Balken sich kreuzen,
bricht sie auf:
scharf, schwarz, schmerzlich.
Sie durchstößt alle Schichten.
Ohne Schutz dringt sie vor
bis ins Mark,
legt das Innere frei.
Das zart und schutzbedürftig Verborgene -
aufgerissen.
Menschen schauen auf die Wunde im Kreuz
und spüren ihre eigene:
längst vergangen vielleicht, nicht mehr blutend,
aber immer noch dünnhäutig, empfindsam,
manchmal pochender Schmerz.
Viele Menschen tragen solch eine Wunde -
und auch wir als Volk.
Schauen wir sie an
mit horchendem Herzen,
nehmen wir sie ernst
und das, was sie uns sagt.
Sie lädt uns ein zu
heilendem Tun.