Eine Wunde im Baum -

 

jetzt

 

eine Wunde im Kreuz.

 

Da, wo die Balken sich kreuzen,

 

bricht sie auf:

 

scharf, schwarz, schmerzlich.

 

 

 

Sie durchstößt alle Schichten.

 

Ohne Schutz dringt sie vor

 

bis ins Mark,

 

legt das Innere frei.

 

Das zart und schutzbedürftig Verborgene -

 

aufgerissen.

 

 

 

Menschen schauen auf die Wunde im Kreuz

 

und spüren ihre eigene:

 

längst vergangen vielleicht, nicht mehr blutend,

 

aber immer noch dünnhäutig, empfindsam,

 

manchmal pochender Schmerz.

 

 

 

Viele Menschen tragen solch eine Wunde -

 

und auch wir als Volk.

 

Schauen wir sie an

 

mit horchendem Herzen,

 

nehmen wir sie ernst

 

und das, was sie uns sagt.

 

Sie lädt uns ein zu

 

heilendem Tun.

 

 

 

Sr. Birgitte Herrmann osf