Osterfriede

 

Tage wie Karsamstage, aneinandergereiht,

eine Kette von Verstörungen. Bilder von Mariupol –

Trümmer, Leichensäcke aus Plastik

folgen uns in den Schlaf.

Wir wachen auf und es ist kein Traum,

der sich in der Frühe verabschiedet.

Er bleibt und schreibt sich ein in unsere Zeit.

 

Wie Analphabeten rätseln wir,

was das Wort Frieden meint.

Und wir gehen neu in die Schule, um zu lernen.

Die Sehnsucht nach Frieden begleitet uns.

Im Verzicht auf alle großen Worte hoffen wir,

dass sie bleibt – und Ostern beginnt.

 

 

Lisa F. Oesterheld