Mein Herr und mein Gott
Wie jeder von ihnen am Karfreitag 
irgendwo übernachtet. 
Sie kommen ja aus Galiläa, 
sind fremd in Jerusalem, 
müssen Unterschlupf finden bei Gleichgesinnten. 
Am Sonntag trauen sie sich, 
versammeln sich bei einem 
wie Nikodemus oder 
Josef von Arimatäa, 
sprechen den Ort heimlich ab, 
wie eine aufgeflogene Bande..
Zusammen dann
kommt die Verzweiflung hoch, 
die Tränen, 
die Ausweglosigkeit. 
Sie sitzen, stehen in Gruppen, 
trösten sich, 
lassen sich gehen. 
Da steht ER plötzlich bei einem Weinenden und streichelt ihm über die Schulter. 
Langsames Begreifen. 
Bestürzung. 
Aufregung. 
Umarmungen. 
Segnungen. 
Geistzuspruch für jeden. 
Wem ihr sie NICHT nachlasst, 
dem sind sie NICHT nachgelassen!! 
Ihr seid heilsrelevant!!!
Vielleicht hat es nicht lange gedauert. 
Danach ist alles gelöst, gerettet. 
Jubel, Begeisterung macht sich breit. 
Spät gehen sie zu ihren Gastgebern. 
Am nächsten Tag, 
nach ein paar Stunden Schlaf
gehen sie,
erzählen sie denen, 
die nicht dabei waren, 
die alles umkehrende Wende. 
Thomas. 
Der sät Zweifel. 
Kann ja gar nicht sein. 
Kein Wunder in unserer Verzweiflung. 
Da schnappt man eben über. 
Sie werden unsicher im Laufe der Woche. 
Was tun?
Hinaus? Verkünden?
Wenn noch nicht einmal ein Jünger zu überzeugen ist?
Vielleicht vorsichtig mal einen Mutigen in die Synagoge schicken?
Wie die Stimmung ist. 
Ob man noch von Jesus redet. 
Immerhin treffen sie sich jeden Abend. 
Beraten. 
Stützen sich. 
Bilden wechselnde Lager. 
Hoffen, dass ER nochmal kommt. 
Am achten Tag. 
Viele sind zusammen. 
Auch Thomas. 
Da steht ER hinter ihm. 
Thomas. 
Jesus. 
Tränen. 
Umarmung. 
Küsse. 
Schau, fühl!
Mein Herr und mein Gott!