Gedanken zu „Corona“

Vielleicht war eine Zeit der Kontaktarmut nötig?
Tut sie unserer Gesellschaft nicht auch gut?
Auch der Kirche?
Es ist ein Warten auf das Ende der Krise.
Ein Spannungsbogen.
Wann warten wir im Leben?

WARTEN
aufs Christkind oder das Osterfest
dass jemand nach Hause kommt
dass wir selbst nach Hause dürfen
auf den Bus, die Bahn, den Flug - hin zu oder weg von etwas oder jemandem
auf einen lieben Menschen
auf ein Wiedersehen
auf eine Geburt
auf Post, eine Paketsendung
auf den Anruf eines geschätzten Menschen
auf die Erlösung
auf den eigenen Heimgang zu Gott, wenn das Leben einfach nur noch schwierig ist

Ist nicht jedes Warten wie ein Ziehen?
Manchmal zerreißt es uns förmlich,
wie ein überspanntes Gummiband.

Warten kann auch etwas Schönes sein,
die Spannung auszuhalten.

Solange wir noch etwas zu erwarten haben,
können wir uns glücklich schätzen.

Eines können wir alle erwarten: 
Dass die Krise zu Ende geht.
Eines Tages.
Bald.

EINSAMKEIT
ist trostlos
Niemand um mich
Niemand mit mir
Niemand in mir
Leere

ALLEINSEIN
kann eine Gnade sein
Gott lässt sich nur finden in Stille
Wenn ich mir Zeit nehme,
die Zeit nicht „totschlage“
Wenn Gott Raum in mir findet,
auf ewig
Frieden
Einssein
Nie wieder einsam
Immer mindestens zu zweit

BETEN WIR
... für alle, die keine Erwartungen mehr haben,

    dass sie sich wieder auf etwas freuen können
... für alle, die wirklich einsam sind,

    dass sie Gottes Gegenwart erfahren dürfen
... für alle, deren Existenz bedroht ist,

    dass sich Lösungen finden
... für alle, die zurzeit an die Grenzen ihrer Leistungs- und Leidensfähigkeit stoßen,

    dass ihnen Kraft und Unterstützung widerfährt
... dass diese Krise uns, die Gesellschaft und auch die Kirche gereinigt

    und mit neuer Kraft zurücklässt

Ich habe die

HOFFNUNG
auf mehr Gottvertrauen
auf weniger Hektik und Gedankenlosigkeit in der Welt
dass wir künftig mehr Zeit für Besinnung in unserem Leben einrichten
dass die derzeitige Hilfsbereitschaft anhält
dass Eingefahrenes neuer Kreativität weichen darf
dass wir achtsamer mit einander umgehen

Das wäre doch etwas Gutes

 

 

 

Michaela Schwerdt