für Marceline Loridan-Ivens, geborene Rozenberg

 

 

 

 

 

Marceline

 

 

 

für immer und ewig

 

 

 

"ein Stück Papier, nicht glatt, an den Seiten eingerissen"

 

 

 

Worte

 

verloren gegangen

 

 

 

nur noch

 

als fehlende Zeilen

 

als unbeschriebenes Blatt

 

als Sehnsucht

 

vorhanden

 

 

 

Worte

 

wie aus dem Leben gefallen

 

aus der Zeit

 

und doch Dein Leben gewesen, Marceline

 

 

 

Marceline,

 

Deine Worte des Lebens

 

unlesbar!

 

 

 

Marceline

 

Worte,

 

die nur Dich meinten

 

die Dich Birkenau überleben ließen

 

und die Unmöglichkeit danach

 

 

 

Marceline,

 

die ersten Worte und das Letzte geblieben

 

ein Stück Papier, nicht glatt, an den Seiten eingerissen

 

"Mein kleines, liebes Mädchen"  und  seine Unterschrift "Schloime"

 

für immer und ewig

 

und das was hinter den verlorenen Worten steht!

 

für immer und ewig

 

Marceline

 

 

 

                                                                            adelheid  domgörgen

 

 

Marceline Loridan-Ivens wurde 1928 als Marceline Rozenberg geboren. Im März 1944 die Deportation mit ihrem Vater nach Auschwitz-Birkenau, wo sie voneinander getrennt wurden. Ihr Vater wurde in Auschwitz ermordet. Vor seinem Tod hat er seiner Tochter noch einen einzigen Brief schicken können. Sie hat Birkenau überlebt, weitergelebt und wohnt inzwischen in Paris als eine einzigartige Künstlerin.