Die Liebe liebt das Wandern

 

 

 

Wie das Volk Israel mit seinem Gott

 

ist die Liebe stets unterwegs,

 

niemals sesshaft:

 

wie der Menschensohn, der keinen

 

Platz hat zum Ausruhn;

 

wie die Biene, die ihren Besitz

 

verschenkt, mühselig und beladen,

 

den Honig, den der Mensch verschleudert.

 

 

 

Es gibt keine reinere Liebe,

 

als die unerfüllte, die Sehnsucht, die

 

Suche nach dem je anderen DU.

 

 

 

Die Liebe liebt das Tauchen

 

in die schier unerreichbare Tiefe;

 

sie taucht ab in das Risiko,

 

des triefenden Todes,

 

in die Dunkelheit,

 

wo die Korallenriffe blühen und

 

versunkene Schiffe in See stechen.

 

Sie bleibt unter der Wasserdecke

 

nur

 

ein Kräuseln an der Oberfläche

 

einzelner Jahresringe

 

in nie verstummendem Schweigen.