Gedanken auf dem Weg zum Pfingstfest

 

Gast
Ein toller Abend,
gelacht und geredet,
die Uhr völlig vergessen.
Mit müde glänzenden Augen
verabschiedet – auf Wiedersehen!
Ein wohliges Gefühl,
trotz aufzuräumender Küche.


Eine Ewigkeit her,
der letzte Besuch von Freunden.
Nähe auf Distanz.


Ein unverhoffter Gast kündigt sich an.
Warum sollte ich ihn hereinlassen?
Von neusten Erlebnissen erzählt er nicht,
über das Weltgeschehen diskutiert er nicht.


Eher leise und bedacht war er,
als ich ihn flüchtig kennenlernte.
Gut im Zuhören und Verstehen.


Ihm vielleicht doch einen Platz anbieten,
einmal das Herz ausschütten,
all die großen kleinen Sorgen und Zweifel,
in Herzenswinkeln schlummernd.


Einen Augenblick
der Nähe und Vertrautheit,
bleib doch noch etwas,
bevor es Zeit ist, wieder loszulassen.


Sein Gastgeschenk,
wohlig und leicht in mir
Herzenswärme, Lebensfreude, Dankbarkeit
– fast wie neulich

 


Komm, Heiliger Geist,
Gast der Herz und Sinn erfreut

 


M. D. Schneider