blicke gegen den tod

 

ich verlasse die

raumkapsel des todes und

trete

hinaus ins atmende

schnaufende schniefende

leben

 

drinnen ist alles

wie immer am platz

und doch seltsam

verrückt

bedrohlich leise in

ratloser stille

 

draußen atme ich

tief durch und spür

meine haut und mein haar

mein herz und mein hirn

 

ich blinzle und schaue

und sammle die blicke

 

eine taube scheißt

auf beethoven

zwei küssen sich

eng umschlungen

drei müde schulkinder

trotten über die straße

vier farbige mülltonnen

verschönern den platz

 

auch wenn es

aussichtslos ist

 

der tod darf nicht

siegen er darf

nicht für immer

die blicke vernichten

ich sammle und

sammle die scharfen

splitter winzigen lebens

auch wenn mir das

herz blutet der tod

darf nicht siegen er

darf das licht nicht

vernichten und

nicht die

liebe

 

 

Max-Josef Schuster